Ich bewundere sie. 

Die Menschen, die noch NIE in ihrem Leben eine Diät gemacht haben. 

Weil sie schlicht und einfach essen, wenn sie Hunger haben, aufhören zu essen, wenn sie satt sind und das essen, worauf sie Appetit haben. 

Und zwar nur das. Solche Menschen sagen tatsächlich manchmal “nein Danke”, wenn der Kollege einen Geburtstagskuchen mitgebracht hat und essen zwischendurch mal einen Apfel – einfach, weil sie da gerade Lust drauf haben. Und nicht, weil sie gerade wieder mal einen Artikel in einer Zeitschrift gelesen haben, in dem steht, wie gut und gesund Obst doch ist und wie schlecht ein Stück Kuchen ist für die Figur. Diese Menschen essen aber auch mit sehr viel Genuss ein großes Eis oder eine ganze Pizza und nehmen dabei nicht zu! 

Diese Menschen gehen auch freiwillig raus zum Joggen, weil sie das Gefühl haben “sie brauchen das gerade”. 

Ich bin definitiv nicht so ein Mensch. Ich wäre aber unheimlich gerne so ein Mensch. 

Ein Mensch, der schlicht und einfach die Signale seines Körpers kennt und auf sie hört. 

Dabei kommen wir alle mit dieser sogenannten “somatischen Intelligenz” auf die Welt. 

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, woher ein gerade geborener Delfin weiß, dass er zum Luftholen an die Wasseroberfläche schwimmen muss und dass er Milch bei seiner Mutter bekommt? 
Jedes Säugetier kommt mit einem Instinkt auf die Welt – also mit einem Wissen, das einfach da ist, ohne dass es beigebracht werden muss…
Und da der Mensch nun mal ein Säugetier ist, haben auch wir so einen Instinkt, so ein “Bauchgefühl”.

Nur leider fällt es vielen von uns schwer, auf dieses Bauchgefühl zu vertrauen, und wir treffen Entscheidungen “verkopft”. 
Das ist vor allem in Bezug auf unsere Ernährung sehr schade, denn die Natur hat in den hundert-tausenden Jahren, in denen der Mensch lebt, ein sehr ausgeklügeltes System geschaffen, das das Überleben der Menschheit gesichert hat. 

Wir sind nämlich alle mit dem Wissen auf die Welt gekommen, wann wir Hunger haben und wann wir satt sind, welches Essen uns gut tut und uns daher schmeckt. Naja, und das nennen Wissenschaftler  “somatische Intelligenz”. 

Es gibt viele Gründe, warum wir als erwachsener Mensch unsere Körpersignale ignorieren, falsch verstehen oder sogar gar nicht erst hören: 

Erziehung (“Du kriegst erst Nachtisch, wenn Du den Teller leer gegessen hast”), industrialisierte Nahrungsmittel  (ich sag nur: Geschmacksverstärker, Süßstoffe, künstliche Aromen), Stress (was Cortison und Adrenalin in unserem Körper machen erkläre ich demnächst mal) und unsere Gesellschaft (GNTM ist hier nur ein fragwürdiges Fernseh-Format, das mir spontan in den Sinn  kommt) wirken auf uns ein. 

Also wäre es nicht toll, wenn wir diese somatische Intelligenz neu lernen könnten? 

Oder noch viel besser: wäre es nicht schön, wenn wir irgendeine Pille schlucken könnten, mit der wir wieder ganz automatisch auf unseren Körper hören und ganz automatisch so ganz ohne Aufwand super toll schlank werden? 

Naja, eine solche Pille habe ich noch nicht gefunden. Aber ich habe eines abends Mareike Awe (damals hatte sie noch keinen Doktortitel) und ihren Partner Marc-Christopher Reinbach, die Gründer von intueat, bei “Die Höhle der Löwen gesehen”, bin vom Sofa aufgesprungen und hab gerufen “DAS IST ES!!!!!!”

intueat verspricht nämlich, dass man intuitive Ernährung ganz einfach lernen kann. Es gibt ein paar (einfache!) Regeln, an die man sich hält und – hier kommt das Geheimnis – man hört sich jeden Tag spezielle Audiocoachings, also Mediationen, an, in denen jemand mir in Trance in mein Unterbewusstsein spricht und meinen Körper davon überzeugt, schlicht und einfach nur zu essen, wann und was mir gerade gut tut. 

Toll!

Ich hab Mareike sofort eine lange E-mail geschrieben. Das wollte ich unbedingt: Mein Unterbewusstsein neu programmieren. Und ich glaubte – und glaube im Grunde bis heute – fest daran, dass das eine ganz tolle Lösung ist!

Eigentlich wollte ich damals auch mit oder für intueat arbeiten. Dafür wollte ich aber erst testen, ob und wie das Programm funktioniert. Damals hatte ich ca. 4 Kilo mehr auf der Waage, als dass es mir die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als “gesund” zugesteht (also 4 Kilo über dem BMI von 25). Also nicht super-fett, aber durchaus auch nicht schön schlank. 

Und was soll ich sagen? Innerhalb von 5 Monaten hatte ich mit dem intueat Programm 8 Kilo zugenommen. 

HÄÄÄÄÄ? 

Zugenommen???

Das war ja jetzt so nicht im Sinne des Erfinders. 

So ganz ist mir bis heute auch noch nicht so schlüssig, was genau hier schief gelaufen ist. 

Insgesamt schiebe ich es (wieder mal) auf den Rotwein!

Alkohol ist nämlich bei intueat nicht verboten. Aber man soll halt vor dem Alkoholgenuss gut in sich hinein hören, und sich fragen, ob das Glas Wein mir jetzt tatsächlich gut tun wird. 

Und aber oh ja! Mir tat damals jedes Glas Rotwein SEHR gut. Also ich bin jetzt kein Alkoholiker oder so. Aber ich habe gerne mal am Abend ein Glas Rotwein getrunken. Und dann noch eins. Und dann vielleicht ein paar Happen Chips. Oder ein Eis-chen. Also nach dem Rotwein. Hat mein Körper mir immer gesagt: will ich jetzt haben! Also hab ich es ihm gegeben 😛

Also jetzt nicht falsch verstehen: meine Erkenntnis von meinem intueat-Versuch ist NICHT, dass das Programm nicht grundsätzlich funktioniert. Oder dass ich es nicht empfehlen würde. Ganz im Gegenteil. Ich bin immer noch TOTAL davon überzeugt, dass das der heilige Gral der Ernährung ist. 

Aber aus irgendeinem Grund hat mein Unterbewusstsein sich nicht überzeugen lassen.
Vielleicht bin ich zu alt?!?! (Das glaube ich nicht wirklich, aber so gelingt mir der folgende Übergang 😉 ).

Viel besser, als als Erwachsener mühsam neu zu erlernen, was eigentlich ganz normal sein sollte, ist es doch, wenn wir nie verlieren, was uns bereits in die Wiege gelegt wurde. Also wenn wir unsere somatische Intelligenz, die wir als Kinder automatisch haben, einfach behalten! Und wenn es für mich vielleicht schon zu spät ist, dann sollte ich es für meine Kinder möglichst nicht kaputt machen. 

Das hat sehr viel mit Erziehung zu tun. Und das haben Katharina Fantl und Julia Litschko erkannt, die ich 2017 kennenlernen durfte (und mit denen ich auch heute noch im regelmäßigen Austausch bin 😊). Die haben nämlich nicht nur ein Buch geschrieben (“Dein Kind isst besser, als du denkst!”, dieses Buch möchte ich hiermit ausdrücklich empfehlen, wenn Ihr Kinder habt oder demnächst bekommen wollt…PS: ist ein Amazon-Link und muss ich als Werbung markieren 😉 ), sondern haben mit ihrem Start Up confidimus die Mission, Eltern eine Stütze zu sein bei der Erziehung ihrer Kinder zu “intuitiven Essern”. Die confidimus Coaches geben Kurse, leiten Workshops, gehen in Kitas und Schulen, um die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu teilen, welche Erziehungsmethoden die somatische Intelligenz der Kinder fördern anstatt sie zu zerstören. 

Ich sag’s mal etwas einfacher: 

– “Du kriegst erst Nachtisch, wenn Du leer gegessen hast” – nicht gut

– “Oh, du hast Aua? Komm ich mach Dir einen Pudding” – nicht gut

– “Es ist egal, ob du den Broccoli magst oder nicht, du isst den jetzt auf” – nicht gut

Aber es gibt noch jede Menge mehr Stellschrauben und Stolperfallen, in die Eltern und Erzieher treten können. 

Am besten lest Ihr Euch das auf confidimus.de selbst mal durch 🙂

Ich persönlich handhabe es in meiner Erziehung übrigens schon immer so, wie ich es später auch in dem confidumus-Buch gelesen habe. Ich habe mir immer die allergrößte Mühe gegeben, “Essen” mit keinen “Gefühlen” zu kombinieren. Ich habe meinen Kindern niemals erklärt, dass Äpfel besser sind als Gummibärchen. Ich habe Essen nie als Belohnung oder gar als Bestrafung für etwas genutzt. Meine Kinder dürfen beim gemeinsamen Abendessen immer selbst entscheiden, was und wie viel sie essen möchten (der Rest kommt dann immer in Tupperdosen in den Kühlschrank) und es gibt grundsätzlich keine Verbote.

Meine Jungs sind jetzt 11 und 12, sind beide gesund und sehr schlank, dabei durchtrainiert (weil sie sich einfach gerne und viel bewegen) und wenn ich Äpfel, Paprika, Möhren, Gummibärchen und Chips auf den Tisch stelle, essen die Jungs alles gleich viel und gleich gerne.

Ich kann zwar nicht in die Glaskugel sehen, ob meine Söhne irgendwann eine Essstörung entwickeln oder genau so mit Übergewicht zu kämpfen haben werden wie ich. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, meine Jungs sind auf einem sehr guten Weg!!! 🤗🤗🤗

 

 

 

 

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