Zurück auf den Boden der Tatsachen

WOW, WOW, WOW!

Ich habe Bergfest!

Pünktlich zu Ostern habe ich die Hälfte meines Ziels erreicht und 10 kg abgenommen!

Juhuuu!

Der Weg war unerwartet steinig. Und zwar nicht, weil ich Schwierigkeiten hatte, mich an das Programm und an meine Punkte zu halten. Sondern weil ich – obwohl ich wirklich wirklich brav war und mich wirklich ganz genau an das Programm gehalten habe – einige Wochen lang so gar nichts abgenommen hatte (ich hatte Euch in meinem Blog “Gewichtsschwankungen” schon davon berichtet…).

Und überhaupt… außer dem Gewicht auf der Waage hat sich noch nicht wirklich viel in meinem Leben geändert. Ich habe noch kein einziges “oh, hast Du abgenommen”-Kompliment erhalten! Ich kann es den Leuten auch gar nicht verübeln: Ich hab extra regelmäßig vorher-nachher-Bilder gemacht, aber wenn ich ehrlich bin – einen großen Unterschied zwischen den beiden Bildern (Bild 1 links vom Anfang und Bild 2 rechts von letzter Woche, also 12 Wochen später) sehe ich nicht so wirklich.

Auch die Klamotten sitzen noch nicht merkbar locker. Nun gut, das ist wohl gleichzeitig der Vor- und auch der Nachteil von einem hohen Elasthan-Anteil in Hosen. Die wachsen mit, wenn man zunimmt, aber wachsen auch mit zurück, wenn man abnimmt (wirkt also in beide Richtungen 😛 ).

Und wenn ich mir so ansehe, was andere WW Teilnehmer in der WW Community so posten, dann nehmen alle viel schneller ab als ich und die vorher-nachher-Fotos von den Anderen sind alle total krass.

Aber Moment, Moment, Moment… Was passiert hier gerade?

Mache ich mir gerade meinen eigenen Triumph madig? Sage ich mir hier gerade selbst, dass das, was ich bis jetzt erreicht habe, irgendwie gar nicht so toll ist???

Lasst mich mal ein bißchen zurück spulen zu der Zeit, als ich selbst noch WW Coach war. “Sich selbst seiner objektiven Leistung nicht bewußt zu sein und sich aufgrund von einer subjektiven und unrealistischen Erwartungshaltung schlecht zu fühlen” ist nämlich leider ein sehr häufiges Phänomen!

Eine gängige Erwartungshaltung ist “ich nehme jede Woche mindestens 1 Kilo ab und ich kann täglich im Spiegel dabei zusehen, wie ich abnehme”.
Und jajaja, das ist irgendwie auch meine eigene Erwartungshaltung!
Ich will für meine Bemühungen schnelle, sofort sichtbare Ergebnisse!!!

Aber ganz objektiv ist “sich dabei zusehen, wie der Körper schlanker wird” und “super schnell super viel abnehmen” nunmal nicht möglich.

Ich nehme in diesem Zusammenhang immer gerne das Beispiel vom Kürbis.
Das ist nämlich ein super schnell wachsendes Gemüse. Ein “ganz normaler” Steirischer Ölkürbis (das sind die hübschen mit den grünen Streifen) wiegt bei der Ernte gut und gerne 6 kg. Und braucht von der Blüte bis zu Ernte so Pi mal Daumen 2 Monate. Das sind 3 Kilo pro Monat oder 750 g pro Woche. Also durchaus mit einer hohen durchschnittlichen Abnahme mit dem WW Programm vergleichbar. Und jetzt bekommt Ihr von mir eine Hausaufgabe: setzt Euch bitte einen Tag lang neben den Kürbis und schaut ihm beim Wachsen zu!
Spoiler: man erkennt nichts!
Und trotzdem ist der Kürbis 2 Monate später 6 Kilo schwer!

Ich hab neulich eine Visualisierung gefunden, die sogar noch besser zum Thema Abnahme passt:
und zwar das Beispiel “Küchenrolle”:
Wenn ich von einer fetten, vollen Küchenrolle jeden Tag ein Blatt abreisse, dann erkenne ich mit dem bloßen Auge keinen Unterschied. Die Rolle mit dem einem Blatt weniger erscheint mir nicht sonderlich dünner als die mit dem einen Blatt mehr. Und trotzdem ist irgendwann die Rolle nur noch halb so fett wie am Anfang. Und je dünner die Rolle ist, desto eher sieht man den Unterschied, wenn ich ein weiteres Blatt abreisse.
Hat also auch etwas mit dem Umfang zu tun! Bei einer dicken Rolle (oder bei einer dicken Barbara) fällt mir ein abgerissenes Blatt (oder 500 g weniger Fett) nicht auf, bei einer dünnen Rolle (oder bei einer dünnen Barbara) schon eher.

So, jetzt habe ich also verstanden: mit einer unrealistischen oder überzogenen Erwartungshaltung erreiche ich nur eines: dass meine Motivation sinkt!

Also müssen jetzt ein paar Fakten her, damit meine Motivation wieder steigt!

Ich hab mal in meinen alten WW-Unterlagen gekramt und nach “alten” Motivationstipps gesucht. Mal sehen… Ich habe jetzt 10 Kilo in 13 Wochen abgenommen. Das sind WOW durchschnittlich 0,75 Kilo pro Woche! Das ist VIEL! WW wirbt zwar damit, dass 1 Kilo pro Woche möglich sind… ABER: das betrifft nur sehr wenige WW Teilnehmer (und die meisten davon haben entweder mit einem sehr viel höhreren Ausgangsgewicht als ich gestartet oder sind Männer 😛 )

Weiter in den Unterlagen. Aha. Ich habe bereits über 10 % meines Ausgangsgewicht abgenommen. Wurde auch groß von meiner WW-App gefeiert. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (und die haben hier jede Menge Untersuchungen gemacht) habe ich hiermit mein persönliches Risiko für Diabetes oder Herzinfarkt drastisch gesenkt. Na, das ist doch mal was.

Aber mir reicht das noch nicht.

Schlau wie ich bin, habe ich daher am 1.1.2021 nicht nur mein Gewicht aufgeschrieben, sondern gleichzeitig mein Maßband gezückt und meinen Umfang an Brust, Bauch, Po, Oberschenkel und Oberarm gemessen. Und siehe da… Ich habe ÜBERALL ein paar Zentimeter abgenommen. Am Bauch sogar sagenhafte 10 Zentimeter! Krass. Jo, das ist echt viel, auch wenn man das auf den Fotos nicht sieht. Und jetzt, wo ich darüber nachdenke: ich muss tatsächlich seit einiger Zeit meine BH’s einen Haken weiter schließen und jaaaa, auch meine Unterhosen zwicken tatsächlich nicht mehr…

Und wenn wir schon mal dabei sind, dann möchte ich meine 10 Kilo mal anders visualisieren.
Ich habe 10 Tetrapacks Milch genommen und in meinen Reiserucksack gesteckt. Leute! Ich bin fast zusammen gebrochen, als ich den auf den Rücken gehieft habe. Diese 10 Kilo habe ich vor gerade 3 Monaten jeden Tag mit jedem Schritt mit mir rumgeschleppt! 24 Stunden lang! Wie krass ist das denn? Und … ja genau…mir ist tatsächlich auch schon aufgefallen: Die 4 Etagen Treppe auf der Arbeit klappen mittlerweile auch so gut, dass ich oben angekommen nicht erst ein Sauerstoffzelt benötige, um arbeiten zu können.

Aber die ultimativste Visualisierung habe ich mir im Supermarkt gegönnt. Und zwar im Kühlregal bei der Butter. Ein Päckchen Butter hat 250g. Will sagen: 250g pures Fett. 4 Päckchen sind 1 Kilo. Und um mir anzusehen, wie viel Fett irgendwo auf meinem Körper verteilt war, muss ich 40 (!) Butterpakete abzählen. Alter Falter! Ich habe krasse 10 Kilo abgenommen!

Wie geil ist das denn?

Sorry ich muss mich jetzt verabschieden… 

Ich gehe mich jetzt feiern 💃💃💃!

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